Lange Nacht der Zensur

Tags: Zensur unerwünschtekunst kunstfreiheit
Datum: 06.04.07 22.00
Ende: 06.04.07 23.45
Dauer: 105 Minuten
Wo: ARGEkulturGelände
Josef-Preis-Allee 16
5020 Salzburg

Was:

Ein später Abend mit und über zensierte, verbotene, verfolgte und unerwünschte Kunst.

Der Rote Salon steht am 6. April Im Rahmen des Projektes Totentanz 07 und setzt sich mit Kunstzensur im weitesten Sinne auseinander. Verschiedene KünstlerInnen und KulturwissenschaftlerInnen sprechen und diskutieren über Zensur im europäischen, österreichischen und Salzburger Kontext und heutige Strategien im Umgang damit.

Gesittete Menschen fordern die Freiheit der Kunst, noch gesittetere Menschen betonen ein “aber”, um Rücksichtsnahme auf subjektives Empfinden von definierten Mehr- oder Minderheiten einzuklagen.
Den Tabu-Brüchen in der Politik steht die Erweiterung der Tabus in den Spiel- und Denkräumen der Kunst heute diametral entgegen. Wie subtil oder nichtssagend soll Kunst werden, um nicht mehr in den gesellschaftlichen/politischen Diskurs eingreifen zu können?
Im Gespräch über Kunstschaffen und seine Grenzen, wird nicht das Verbot sondern die Lust an dessen ästhetischer Überwindung im Zentrum eines längeren Abends stehen.

Mit dabei sind u.a. Wolfram Kastner (Künstler), Thomas Schmitz-Bender (Regisseur), Esther Schmidt (Wissenschaftlerin, Universität Klagenfurt) und Thomas Gsella (verantwortlicher Redakteur titanic).
Wolfram Kastner hat mit verschiedensten Aktionen und Projekten bereits in Salzburg die Justiz auf den Plan gerufen (Herzl-Zitat, Kranzschleifenbescheidung der Kameradschaft IV) und hat einen Vorschlag in Erinnerung an die Salzburger Bücherverbrennung.
Thomas Schmitz-Bender (Regisseur) durchquerte mit Brechts “Anachronistischem Zug” bereits mehrmals die BRD, mit dabei immer ein Anwaltsbüro, das gegen verschiedene Staatsanwaltschaften die Freiheit der Kunst verteidigen musste.
Esther Schmidt (Wissenschaftlerin, Universität Klagenfurt) kuratierte eine Ausstellung zum Thema “Zensur in Österreich nach 1945” an der Universität Klagenfurt und kennt die Zensurgeschichte der 2. Republik.

Ich und die Zensur von Karl Kraus
Nie wird bis auf den Grund meiner Erscheinung
der kühnste Rotstift eines Zensor dringen.
Verzichtend auf die Freiheit einer Meinung,
will ich die Dinge nur zur Sprache bringen.


angelegt am & von: / letztes update:
19.03.07 von first / 19.03.07
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